Von Der Luftfahrt Zum Motorradsport

Der Name Agusta gewann Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals an Bedeutung. Es war der Name eines Pioniers der jungen italienischen Luftfahrtindustrie, Graf Giovanni Agusta. Geboren in Sizilien wohnte er später in der Lombardei und gründete sein Unternehmen 1907 in „Cascina Costa“ bei Samarate (Provinz Varese). Die Produktion von Agusta-Flugzeugen lief im ersten Weltkrieg auf Hochtouren, und der Graf meldete sich freiwillig beim Luftbataillon Malpensa.

Bei seinem Tod im Jahr 1927 übergab er das Unternehmen seiner Witwe Giuseppina und seinem Sohn Domenico. Aufgrund einer Krise des Luftfahrsektors mussten sie ihre Produktpalette zur Weiterführung des Betriebs erweitern. Sie entschieden als Reaktion auf den steigenden Bedarf für persönliche, motorisierte Mobilität, die Produktion von Flugzeugen auf Motorräder umzustellen. Der erste Schritt war die Entwicklung eines kostengünstig zu produzierenden und zu betreibenden Motorradmotors, eines Zweitaktmotors mit 98 cm³ und drei Kanälen. Das darauf basierende Bike hatte ein zahnradgetriebenen Primärantrieb, eine Ölbadkupplung und ein Zweiganggetriebe.

Die Entwicklung des Motors wurde durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen, und 1943 wurde Cascina Costa von deutschen Truppen besetzt. Die Besetzung dauerte bis Kriegsende an, woraufhin Domenico Agusta das Unternehmen Meccanica Verghera (MV) gründete, um sein Motorradprojekt weiterzuführen. Dies war ein neues Unternehmen, bestens aufgestellt, um die Herausforderungen des Motorradmarkts zu erfüllen.

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